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Heizung

HEIZUNG


Da ich meist in 8°C kaltem Wasser in der Bergwerken im Sauerland tauche oder in der Litauischen Ostsee bei netten 4°C, ist eine ordentliche Wärmeisolierung und Zuführung unabdingbar. Lange habe ich einen Trilaminat Trocki (erst DUI TLS 350 und danach einen Ursuit BDS Kevlar) getaucht. Dieser hat quasi 0 Isolationswirkung. In den heimischen Seen bei > 10°C reichte Thermounterwäsche und ein Santi BZ400 plus gute Unterhandschuhe. Bei geringeren Temperaturen und Tauchzeiten von 2h musste ein besseres Heizsystem her. 


Zuerst habe ich mit Heizwesten herum experimentiert. Ja, die geben Wärme ab. Aber das reicht nicht für lange Kaltwassertauchgänge. Ein großer Nachteil ist der innen liegende Akku. Schaltet man ihn zu Beginn des Tauchganges ein, so bekommt man Wärme zu einem Zeitpunkt, wo man sie nicht braucht. Geht der Akku dann mach 1-2h zu Neige, fängt das Frieren erst richtig an. Zumal es bei Trimix Tauchgängen auch nicht ratsam ist, am Anfang mittels einer Heizung die Gewebe schön aufzumachen…


Also habe ich mir einen Santi Extreme BZ400 Heating Unterzieher mit Heizhandschuhen zugelegt. Nach meinen Erfahrungen sind die Santi BZ400 Unterzieher immer noch mit die Wärmsten...  Schön an dem System ist, dass die Kabel für die Handschuhe in den Ärmeln verlegt ist.
Eines muss allerdings auch gesagt werden; die Qualität der Santi Heizung hat 2 entscheidende Schwachstellen. Erstens sind die Stecker für die Handschuhe ohne Zugentlastung. Dadurch reißen sie auch mal gerne ab. Ersatzteile… Fehlanzeige. Der Anzug muss eingeschickt werden. Das dauert bei Santi gerne mal 6 Wochen. Das andere Problem, und das haben leider alle Drahtheizungen im Tauchhandel, es werden einfache Billigdrähte verwendet. Wenn da langfristig hohe Ströme durchgejagt werden, „verbrennen“ die Drähte. Schneidet man sie auf, leuchten sie irgendwann nicht mehr Kupfer, sondern Grau… ausgebrannt eben. Ich habe bei meinem BZ400 Heating nach ca 50 Heizstunden festgestellt, dass die Heizleistung deutlich nachgelassen hat. Und siehe da, die Kabel waren Grau und ausgebrannt…


Eines wurde mir schnell klar: Wärmeisolierung ist mehr als eine Heizung und warme Handschuhe. Man muss das ganze System betrachten. Also Wärmeisolierung, Wärme Zuführung - und die Regelbar, und eineN ausreichenden Akku. Das Thema BackUp Heizung / Backup Akku stelle ich mal hinten an.


Als erstes habe ich mich entschlossen, mir einen Neoprentrocki zu kaufen. Da viele meiner Tauchfreunde vom SFTech Neopren Anzug schwärmen, habe ich mir das Teil näher angesehen und im Frühjahr 2018 einen in der SChweizer Edelschmiede SFTech bei Franz Schönenberger gekauft. Hier zwei Bilder aus der Manufaktur:


Bei SFTech gibt es nur Maßanfertigung. Was bei so einem hochwertigen Produkt auch Sinn macht. So sitzt der Trocki perfekt - und er trägt sich wirklich super!  Wichtig beim Maßnehmen ist natürlich, was will ich alles darunter tragen. Ich habe meinen für 3 Lagige Unter Klamotten zuschneiden lassen. An Land sitzt er straff, unter Wasser ist er perfekt.




Der erste Test mit dem Trocki war in der Agger Talsperre bei 4° Wassertemperatur mit einem 100er!!! Unterzieher. Nach 30 Minuten wollte ich raus. Mit nem Trilaminat hätte ich keine 10 Minuten ausgehalten. Die Isolation des Neopren ist tatsächlich beeindruckend. Der Tragekomfort des SFTech Trockis ist absolute Spitzenklasse. Der Schnitt ist top - ok, ist ja auch Maßanfertigung. Aber auch das Material ist sehr weich. Die Kevlar Schicht soll vor Beschädigungen schützen. In den Gruben bleibt man ja immer irgendwo hängen ;-)


Dann habe ich mir die SFTech Heizung angesehen. Sie arbeitet nicht mit Heizdrähten (die brennen irgend wann aus und reduzieren damit die Heizleistung...) sondern mit Heizplatten. Davon kommen im Heizhemd 2 auf die Brust und 2 auf den Rücken. Ich habe mich dann aber für den SFTech Heizshorty entschieden. Da kommen nochmal je eine Heizplatte auf jeden Oberschenkel. Der Shorty selber ist aus dickem, flauschigem Material. Wenn man den unter den Unterzieher zieht kann es sein, dass man eine Nummer größer braucht!!! 
Dazu gab es dann noch die Heizhandschuhe. Die sind wirklich klasse (auch wenn Dreher drin sind ;-). Die Kabel und Stecker sind extrem robust und in dem Moment, wo der Strom fließt, spürt man die Wärme kommen…


Nun gab es aber ein anderes „Problem“. Die SFTech Heizung ist durch die geilen Heizplatten seeeehr warm. Beim Einschalten reicht mir am Anfang eine kleine Stufe. Bei voller Leistung finde ich es an der Brust zu warm, Zumal volle Leistung sinnlos Akkuleistung reduziert und es macht die Gewebe zu früh auf. Also brauchte ich noch einen „Heizungsdimmer“.  Meine Wahl viel auf den Heating Kopf, den es für den von mir verwendeten CARBON Akkutank von Wings & More gibt.


Nun brauchte ich noch einen neuen Unterzieher, welcher möglichst nicht zu dick aufträgt aber einen ca 2-300er Isolationswert erreicht. Entschieden habe ich mich für den Fourth Element Arctic Expedition als Einteiler. Den Ziehe ich über den Heizshorty und dann rein in den Trocki. Natürlich ist der eine Nummer größer, als ich ihn normal bräuchte.


März 2020

Das System hat noch nicht die Isolationswerte, welche mich happy machen. Ich muss z.B. in der Bergwerken bei 8°C so nach einer 3/4 Stunde die Heizung anschalten. Der Schwachpunkt ist der Trocki. Foult Elements ist eine TOP Marke, aber der Arctic Expedition ist noch nicht das Optimum… und der AR scheint nicht zu kommen…


Mir fehlte vor allem gute Unterwäsche und ein Baselayer. Als Unterwäsche habe ich nach vielem herumsuchen von X-Bionix die APANI 4.0 Unterwäsche zugelegt. Diese ist mit 70% Merinowolle gefertigt. Die 230% Kunstfaser braucht man zum Schweiß Abtransport. Der Wärme Isolationswert ist unglaublich (das Zeug ist aber auch unglaublich teuer). 

Als Baselayer viel die Entscheidung auf die  Thermounterwäsche von Fourth Elements: XEROTHERM.

Mit den beiden Komponenten war die Basis für gute Wärmeisolation gelegt.


Nun braucht ich einen neuen Unterzieher. Da es den AR von Fourth Elements immer noch nicht gibt, habe ich mir den 2 Teiligen SFTech Polartec zugelegt… natürlich mit Heizplatten im Oberteil. Beides ist sehr kuschelig warm. Kleiner Nachteil… keine Heizplatten an den Oberschenkeln.


Ich sehe jetzt beim anziehen zwar wie ein Michelinmännchen aus, aber im Trocki drückt sich das alles super gut zusammen und trägt sich sehr bequem. Die Wärmeisolation ist beeindruckend. Ich brauche auch bei 2h Tauchgängen bei 8°C die Heizung erst in der Deco. Ich fahre also das gute alte Zwibel prinzip.  Die Bewegungsfreiheit ist absolut nicht eingeschränkt und ich brauche 1Kg weniger Blei als mit dem Heiz Shorty und dem BZ400. Auch trägt der Setup jetzt wesentlich weniger im Trocki auf. Beim Anziehen ist es bei weitem nicht so eng ;-).

Ich denke, dass ich jetzt im Bereich Wärmeisolation das Optimum erreicht habe. 


Dezember 2020

Nach einigen Gesprächen mit Franz SchönenbergeR hat er mir verraten, dass er einen dünneren Heizshorty plant. Heute, kurz vor Weihnachten ist er mit UPS bei mir angekommen. Er ist einiges dünner als der Alte. Also habe ich die Heizplatten fix umgebaut und verwende jetzt den neuen, dünneren. 

Mal sehen, was ich mit dem 2 Teiligen SFTech Polarteck Unterzieher mache. Ich werde erst mal testen, ob ein Backup System aus Heizplatten funktioniert - also ob die Heizplatten im Shorty die Wärme der Heizplatten im Unterzieher reflektieren… Wenn nicht, hätte ich ein super BackUp Heizsystem. Aber langfristig suche ich wieder einen einteiligen Unterzieher.


Hier nun eine kleine Bildergalerie, wie ich mich gegen die Kälte schütze. Und ja, ich werde im Leben kein Modell mehr und das Set war auch sehr sparsam eingerichtet ;-)













Das ist das Grundsetup. Bestehend aus X-Bionic Alpano 4.0 Merino Unterwäsche und Socken mit hohem Merino Anteil (aber niemals 100%!). Darüber der fourth Elements Xerotherm  Baselayer. Das trage ich immer.

Darüber kommt die dünne Heizweste mit 6 Heizplatten von SFTech.

Das hier ist die Hardcore Variante. Über dem Heizshorty kommt derSFTech Polartec Unteruieher mit nochmal 4 Heizplatten am Torso. Ein System dient dann als Heizungsbackup. Natürlich müssen beide Systeme durch den Trocki nach außen geführt werden. Die Verkabelung wird dann etwas aufwändiger. Kleiner Nachteil… die Handschuhe laufen immer nur am primären System.

In der Standard Variante ziehe ich den Fourth Elements Arctic Unterzieher über den Heizshorty. Das reicht für 2 Stunden in kaltem Wasser ohne Zuschalten der Heizung.

Zum Schluss kommt der SFTech Neopren Trocki. Und die Scubapro.


Aus meiner Erfahrung heraus ist dieses Setup das Optimum an Wärmeisolierung. Über den Sinn und Unsinn einer Backup Heizung kann man ewig streiten. Ich bin mir da auch noch nicht so sicher, ob das Sinn macht. Derzeit verwende ich diese Version nicht aktiv. Ich will aber demnächst mal ausprobieren, wie Stark die Abschirmung der am Körper liegenden Heizplatten ist.

Hier nun noch einige Informationen zu den „Kleinteilen“ oder den Dingen, die in den Klamotten stecken…

Als Handschuhsystem setze ich das von KUBI ein. Ich finde es genial. Aber die schwarten Gummihandschuhe habe ich durch andere ersetzt.

Der Heatingkopf von Wings & More. Zusammen mit dem 23Ah Tank eine gute Energiequelle und leicht bedienbar.

Unter den KUBI`s trage ich die Heizhandschuhe von SFTech.

Sehr gut isolierend sind die Füßlinge von Fourth Elements. Die ziehe ich über die Merino Socken.

Das sind die Heizpads, welche ich in dem Shorty habe. Im Polartec Oberteil sind es nur 4 - die Hose hat dort keine, da das Teil ja Zweiteilig ist.